Neue Fototechniken

Ich möchte zuerst nicht mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten oder technischen Beschreibungen alle Leser vergraulen - deshalb gibt es von mir folgende Kurzinfo zur Infrarot-Fotografie:
- Für die Infrarot-Fotografie wird nicht sichtbares (Infrarot-) Licht genutzt.
- Infrarotfotografie ist technisch anspruchsvoll aber nicht unlösbar.
- Infrarotfotografie erschafft Bilder mit einem gewissen „WOW“-Effekt.
Meine ersten Versuche machte ich 2011 – inspiriert durch IR-Fotos, die ich im Netz fand. Ich arbeitete mit IR-Filter am Weitwinkel meiner Canon 40D. Ab 2013 begann ich 360° Panoramen in IR-Technik zu fotografieren. Aufgrund der besseren Handhabung und Qualität entschied ich mich zum Umbau einer Kamera auf IR (Entfernen des Sperrfilters vor dem Sensor).

Wie fotografiert man nun in IR? Ich beschränke mich zunächst auf Digitalkameras: Infrarotlicht hat befindet sich am langwelligen Ende des Lichtspektrums und ist für den Menschen nicht sichtbar. Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass auch die Kameras – besser deren Sensoren – auf diesem Wellenbereich „blind“ sind. Die Sensoren reagieren grundsätzlich auf alle Arten des Lichts, allerdings wird von den Herstellern diese Eigenschaft des Sensors durch Einsetzen von Filtern verhindert. Das hat den Vorteil, dass das was der Fotograf sieht auch digital auf dem Speicherchip landet. (In der analogen Fotografie wurde z.B. ein UV-Filter für das Sperren von kurzwelligen Lichtstrahlen z.B. bei Landschaftsaufnahmen genutzt).

Trotz Sperrfilter ist es möglich, dass handelsübliche Kameras IR-Licht empfangen können. Wie kann das getestet werden? - Foto auf Livebild-Modus schalten - Fernbedienung nehmen und auf das Objektiv „zielen“ - Ergebnis: sieht man einen weißen Punkt/Fleck  dann ist die Kamera IR-tauglich. Benötigt wird dann zusätzlich noch ein IR-Filter. Dieser Filter sperrt so viel wie möglich „normales“ Licht um wiederum so viel wie nötig IR-Licht auf den Sensor zu lassen. Da beide – Fotograf und Belichtungsautomatik – durch den IR-Filter beinahe nichts mehr sehen, ist es notwendig, ein Stativ zu nutzen und die Komposition des Bildes im Voraus vorzubereiten. Auch das Belichten selbst ist am Anfang eher ein Geduldsspiel… Nach der Aufnahme hat man ein Foto im „Kasten“, dass einem als Fotograf grübeln lässt, warum so viel Zeit in ein Projekt mit solch einem Ergebnis floss.